Verzögerungen, die 4.

White Domes, die 4. Variante - our "hardest hike ever"

Trails: White Domes via Water Canyon, zurück über Squirrel Creek

 

Die White Domes in den Canaan Mountains waren für uns ein Traumziel, das als Wanderung in drei Varianten von Fritz Zehrer veröffentlicht wurde. Wir hatten uns an diesem Tag eine 4. Variante vorgenommen.

Als Heiko um 6:30 Uhr wieder den Luftdruck prüfte und schon wieder viel zu wenig Luft im Reifen war, fiel mir ein, dass der Walmart in Hurricane eine Werkstatt hat. Die Weiterfahrt - nun vermehrt auf Dirtroads - war uns zu riskant, vor allem auch, da der Kompressor bereits nach 30 Sekunden seinen Geist aufgab. So waren wir kurz vor 7 Uhr bei der Werkstatt und mussten noch ein paar Minuten bis zum Arbeitsbeginn warten. Ich war mir nicht sicher, ob ich über die Verzögerung nicht etwas erfreut sein sollte, denn der Hike durch den Water Canyon soll für Höhenängstliche etwas schwierig sein.

Es stellte sich heraus, dass sich eine Schraube in die Lauffläche gebohrt hatte. Der Reifen wurde sofort geflickt und als ich bezahlen wollte, sagte man uns, dass das eine Serviceleistung sei. Nicht mal ein Trinkgeld wollten die Jungs annehmen. Wir bedankten uns ganz herzlich und waren mehr als positiv vom Walmart überrascht.

Von nun an gab es keine Verzögerungen mehr und wir fuhren bis Hildale zum Abzweig in den Water Canyon. In Hildale und Colorado City haben sich fundamentalistische Mormonen niedergelassen, die sich hinter hohen Mauern verstecken. Es ist ein ganz komisches Gefühl, dort durch die Straßen zu fahren. Auf dem Rückweg machte ich schnell ein Foto von einer ganz edlen Knast-Villa.

 

Am Ende der Water Canyon Road befindet sich der Parkplatz an einem kleinen See. Von hier aus führt der sandige Weg in den Canyon

 

über Felsbrocken und durch Gestrüpp erreicht man den Canyonboden am Creek.

 

Weiter zu dem markanten Felsen mit kleinem Wasserfall.

 

Von hier aus führt links ein anfangs felsiger Pfad nach oben und dies stets am Abgrund entlang.

 

Ein Blick zurück darf auch nicht fehlen.

 

Ihr täuscht euch nicht, das ist immer noch der Pfad.

 

An ganz schmalen rutschigen Stellen sind Fangstäbe befestigt (2 Stellen).

 

Und immer weiter links am Fels entlang.

 

Nachdem man den Water Canyon hinter sich gelassen hat, wird es zwar luftiger, doch weiterhin schlängelt sich der endlos schmale Pfad nach oben.

 

Wenn man an manchen Stellen davon ausgeht, dass der Pfad nun endet, dann geht er genau auf dem schmalen Felsvorsprung links oben weiter.

 

Endlich auf dem Plateau angekommen, holte uns doch tatsächlich eine Rentner-Karawane ein, die es sehr eilig hatte, weiter zu kommen.

 

Sie boten uns an, Ihnen zu folgen, doch wir konnten wirklich nicht mithalten, aber schauten uns ihre ungefähre Route auf den steilen Hügel ab.

 

Der Weg zog sich immer weiter u. a. an einem Moqui Marble Konglomeratfeld vorbei.

 

Endlich ein erster Blick auf die White Domes.

 

Wir starteten um 9 Uhr am Trailhead und erreichten die White Domes nach 3,5 Stunden. Die Karawane genehmigte sich schon einen Lunch.

 

Bevor wir das kleine Gebiet näher erkundeten, genehmigten wir uns auch ein Sandwich. Unterwegs hatten wir immer nur kurze Stopps zum Trinken gemacht, aber sonst keine Rast.

Jetzt lass ich aber mal Bilder sprechen (zur vergrößerten Ansicht bitte die einzelnen Bilder anklicken):

 

Wir bedauerten es sehr, doch der lange Rückweg ließ keine weitere Zeit zum Verweilen. Wir hatten schon auf dem Hinweg überlegt, ob wir wirklich die 4. und längere Variante gehen sollen. Doch ich hatte - ganz ehrlich - keine Lust auf den Gamsweg durch den Water Canyon und so blieb nur der etwas längere Weg über den Squirrel Creek Trailhead.

Der Trail durch den farbenfrohen Canyon ist leicht zu gehen. Ab und zu sind wir etwas vom Kurs abgewichen, da uns irgendetwas anzog, wie z. B. ein Dryfall, der zwar etwas steil, aber durch die Rillen im Sandstein gut zu gehen war.

 

Im Gegensatz zum Water Canyon hat man hier immer schöne Ausblicke.

 

Doch auch hier geht es irgendwann in den Canyon hinunter. Es gibt eine kürzere und eine längere Geröllpassage, die umsichtiges Hinabklettern erfordert.

 

Doch noch ist man noch lange nicht am Parkplatz, denn es fehlen noch ca. 5 km und 4 davon im tiefen Sand. Da hilft nur noch den Kopf abschalten und einfach weiter gehen.

 

Der Creek will auch noch überquert werden,

 

bevor ein hoher Wash-Einschnitt nochmals zum Raufstapfen eines Jeep-Trails und wieder runter zwingt.

 

Im Creek waren Mormonenfrauen mit ihren Kids am spielen. Wir mussten zum Schluss noch ca. 1 Meile auf der festgefahrenen Sandpiste bis zum Parkplatz laufen. Hier begegneten uns vier Jugendliche mit einer Knarre. Was habe ich mich erschrocken, als die plötzlich vor uns standen, aber die Jungs sich wohl auch. Irgendwie waren wir zum Schluss doch sehr langsam unterwegs und die Jungs plötzlich wieder verschwunden.

Später am Parkplatz standen zwei Pickups mit kleineren Kindern auf der Ladefläche. Dazu gesellten sie sich dann und grüßten uns überfreundlich. Die Knarre mittlerweile versteckt, zeichnete sich jedoch noch unterm Hemd ab. Die Frauen dagegen badeten in ihren langen blauen Kleidern im See. Mir war es dort zu mulmig und wir machten uns zügig auf den Weg nach Kanab. Dort aßen wir Fajitas bei Nedra's Too und fuhren zu unserem Quartier nach Mount Carmel weiter. Allerdings standen wir am Ortsende von Kanab noch 20 Minuten im Stau und mussten auf den Pilot Car warten, da die Straße gerade erneuert wird.

Auf jeden Fall war das unser hardest hike ever mit einer Länge von 19,3 km und einem Höhenunterschied von 600 m rauf und runter. Wir haben knapp 8 Stunden gebraucht. Am schlimmsten waren die Tiefsandpassagen zum Schluss, wenn man ohnehin kaum noch Kraft hat.

 

Übernachtung: Best Western, Mount Carmel

+ riesige Zimmer, super Lage

- Frühstück nur gegen Bezahlung im Restaurant

GPS Track
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