Whale Watching!?

 

Von Puerto San Carlos nach La Paz

 

Nachdem ich in der Nacht von Alpträumen gepeinigt immer wieder erwachte, war ich froh, dass um 5:30 Uhr der Wecker klingelte. Der Wind hatte nicht nachgelassen und wir hatten mit 10°C den kältesten Morgen. Wir zogen uns T-Shirt, Fleecejacke und Softshelljacke drüber, doch leider hatten wir keine langen Unterhosen dabei.

 

Frühstück wurde im Innenhof des Hotels mit Durchzug serviert. Wer auf See geht, sollte anständig gefrühstückt haben, doch die Auswahl war sehr mexikanisch und ich zu aufgeregt. Wir ließen uns dann Rührei mit Schinken auf einem Sandwich einpacken und nahmen es mit.

 

Enrique war pünktlich um 7 Uhr am Hotel und wir folgten seinem klapprigen Golf bis zur Anlegestelle. Er machte seine Nussschale klar

und nahm zwei weitere Hotelgäste mit.

 

Wir bekamen Daniel und seine Daniela zugeteilt.

Ich stieg schlotternd ins Boot und das nicht nur, weil es so kalt war.

 

Die Fahrt in der Bucht war noch ganz erträglich, doch dann kam die schaukelige Überfahrt durch den Canal. Ich konnte da wirklich keine Bilder machen. Erst bei den Dünen wurde die See etwas ruhiger.

Sogleich kam ein blinder Passagier an Bord

und ich bekam so langsam wieder Farbe ins Gesicht.

Sie verneinten, denn bei den Wellen, ist es sehr schwer, den Blas des Wales zu erkennen.

 

So tuckerten wir eine Stunde lang durch die Magdalena Bay und Daniel schrie auch immer wieder, wenn ein Wal Luft holen musste, doch es war zu weit weg.

 

Nur einmal ist mir ein Schnappschuss gelungen - da sieht man links neben dem Boot eine Fontäne.

Ich hätte mir gewünscht, dass ich dieses Erlebnis hätte festhalten können,

 

doch leider war uns dieses Glück an diesem Tag nicht gegönnt. Nach 1,5 Stunden waren wir mehr als durchgefroren und die Chance, dass ein Grauwal mit Baby zum Boot kommt, war sehr gering. Wir beschlossen, zurück zu fahren. Auch Enrique schien kein Glück zu haben.

Nun gab Daniel Gas und das Boot bretterte über die Wellen und klatschte immer wieder heftig auf. Ich hatte nach Minuten das Gefühl, die Bandscheiben sind nacheinander über Bord gegangen, das Gesicht war vom kalten Fahrtwind geliftet und die Hände festgefroren. Aber Spaß hat der Ritt gemacht und seefest sind wir auch.

 

Nachdem die Rettungsweste ausgezogen und Daniel bezahlt war (umgerechnet 150 €), futterten wir im warmen Auto noch schnell die Eier-Sandwiches und fuhren die öde Strecke 4 Stunden bis La Paz zurück.

Man muss immer wieder auf die Bumps (ca. 20 cm hohe Beton-/Asphaltschwellen) achten,

die manchmal nicht rechtzeitig angekündigt werden.

 

Auf der Fernstraße verkehren die Angeles Verde, die grünen Verkehrsengel Mexiko's,

die ständig patroulieren, um unentgeltlich bei einer Panne zu helfen.

Und irgendwie im Nirgendwo wieder eine Gedenkstätte.

In La Paz begann wieder die Suche nach der Unterkunft. Ich hatte glücklicherweise für die zweite Übernachtung ein B & B gewählt. Nachdem wir, aufgrund der Einbahnstraßen, eine Ehrenrunde um das "Casa Verde Inn" gedreht hatten, konnten wir wenigstens gleich einchecken.

 

Das Casa Verde Inn gehört Roberto, einem italienischen Auswanderer. Er hat seine drei Gästezimmer detailverliebt eingerichtet. Im kleinen Innenhof befindet sich ein Mini-Pool.

Es zog uns nochmals zum Balandra Beach und diesmal mit einlaufender Flut. 

Als Restaurant wurde uns mehrfach das Bismark Cito am Malecon empfohlen und da kehrten wir auf dem Rückweg vom Balandra Beach ein. Das Restaurant war gut besucht, der Fisch zwar gut, doch den Kartoffelsalat mit Mayonnaise hätte ich dazu eigentlich nicht erwartet gebraucht.

 

So ging ein langer Tag vorüber und in dem wohlduftenden Bett konnte ich endlich mal wieder gut schlafen.

 

Übernachtung: Casa Verde Inn B & B, La Paz

Bewertung: super sauberes B & B.

 

Hotellink
Hotellink

 

 

Information zum Whale Watching:

 

Es gibt nur drei Plätze auf der Welt, wo Grauwale ihre Jungen zur Welt bringen und alle drei befinden sich an der Westküste der Baja California.

 

Der Nördlichste ist die Bucht von Guerro Negro. In der Mitte die Bucht von San Ignacio und ganz im Süden die Bahia Magdalena mit dem Hafen Puerto San Carlos. 

 

Nur in den Wintermonaten von November bis Ende März sind Walsichtungen möglich. 

 

Ein Anbieter in San Ignacio wäre Ecoturismo Kuyima. 

Kuyima
Kuyima

oder wie wir es in San Carlos organisiert hatten, über das Hotel Brennan

Brennan
Brennan

Die Walsichtigungen sind vom Wetter abhängig, denn bei hohem Wellengang tauchen die Wale nur kurz zum Luft holen auf.

 

Ansonsten ist man den Walen nie so nahe, wie auf einem kleinen Boot in der Baja!



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